Imkeralltag

Demokratie

10. Februar 2016

Diese nette kleine Kreatur mit ihrer Pelzweste ist, wenn man sich näher mit ihr beschäftigt, eines der bemerkenswertesten Wesen, die es gibt.

Von klein auf an ziehen alle Bienen eines Volkes an einem Strang. Jede hat ihren Job und wächst mit ihren Aufgaben, ob es nun das Füttern, Bauen, Putzen, Kühlen, Pollen einstampfen, Honig eindicken, Nektar sammeln oder Wasser holen ist. Wie kleine Musketiere verteidigen die Torwächterinnen ihr Volk erbittert gegen jeden Eindringling. Eine für alle, alle für eine!
In einer Gemeinschaft von 50.000 Bienen weiß jede genau wo ihr Platz ist. Gemeinsam bestimmen sie, welche Arbeiten als nächstes anstehen. Indem sie einander tanzend von ihrer Meinung überzeugen, wird entschieden, welche Nahrungsquelle gerade die üppigste ist und welche neue Behausung die schönste.

Das nennt man gelebte Demokratie.

Ob es nun im Bundestag hilfreich wäre, einander tanzend zu überzeugen, sei dahin gestellt. Auflockern würde es die Sache aber allemal. Bienen tun jedoch etwas, was wir Menschen leider nicht machen: Sie halten zusammen. Und deswegen übe ich mich jedes Mal in Demut, wenn ich vor meinen Bienenkästen stehe.

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